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Senator/Monza A1




Senator/Monza A1



MONZA/ SENATOR 1A

Der Senator A1/Monza A1 wurde von 1978 bis 1982 gebaut.
Ursprünglich gab es drei Motorisierungen: den noch vom Admiral/Diplomat bekannten und überarbeiteten 2,8-Liter-Vergasermotor mit 140 PS im Senator 2,8 S, einen 3,0-Liter-Vergasermotor mit 150 PS Im Senator 3,0 S und den 3,0-Liter-Einspritzmotor (180 PS) im Senator 3,0 E, der mit einer Bosch L-Jetronic ausgerüstet und dadurch erheblich leistungsfähiger war.
Senator und Monza gab es als Basisversion mit Stoffsitzen, Stahlfelgen, ohne Drehzahlmesser und den seitlichen sportiven Farbsteifen.
Die "C" Ausstattung bot breite Fake-Holz Blenden am Armaturenbrett sowie an den Türverkleidungen und plüschige Veloursitze in rot, grün, braun und blau, farblich abgestimmt mit dem Armaturenbrett, und gab den Fahrern das Gefühl in einem Chevrolet Caprice Classic Platz genommen zu haben (Generals Motors läßt grüßen).
Wahlweise gab es für Senator und Monza in der Basis- sowie der "C" Aussttatung zusätzlich das "S" Paket, welches über einen schwarzen statt verchromten Kühlergrill verfügte, zusätzliche Cockpitinstrumente, eine straffere Fahrwerksabstimmung und ein "S" Emblem auf den vorderen Kotflügeln beinhaltete.
Das Spitzenmodell "CD" des Senator, welches nicht mit dem "S" Paket kombinierbar war, war von aussen an schwarzen Fenstereinfassungen, schwarz abgesetzten Alufelgen und einem seitlich an den vorderen Kotflügeln sowie in der Mitte des Lenkrades angebrachten "CD" Emblem zu erkennen, und beeinhaltete viele der lieferbaren Ausstattungsdetails wie Automatikgetriebe, Zentralverriegelung und Klimaanlage serienmäßig und war nur mit dem 3,0-Liter-Einspritzmotor lieferbar.
Die Sitzgarnitur war komplett, und nicht nur auf den Auflageflächen mit Velours umspannt, und nochmals aufwändiger gesteppt.
Um die "CD" Variante deutlich nach oben positionieren, weigerte sich Opel, diese Fahrzeuge mit Anhängerkupplung auszuliefern.
Einen Senator CD mit Wohnwagen oder mit Zementsäcken beladenen Anhängern im Schlepptau fand man wohl unwürdig.
Wer seinem Sentor oder Monza das Luxushäubchen aufsetzen wollte, konnte eine Lederausstattung wählen, und zwar nur in der Farbe dunkelbraun (!!!), egal welche Aussenfarbe man gewählt hatte.
Sowohl Monza als auch Senator wurden bei ihrem Erscheinen von der Autopresse als ein ernstzunehmender Neuanfang für Opel in der Oberklasse gefeiert.
Insbesondere der Senator gewann Vergleichstest in Serie, und mußte sich - wenn überhaupt- nur knapp der Mercedes Baureihe W123 dank deren überragender Karrosserie- und Allroundqualitäten geschlagen geben.
Kritisiert wurde lediglich die zu große Karrosserie- und Innenraumähnlichkeit von Senator und Monza im Vergleich zum billigeren Rekord und der rauhe Lauf des 3.0 E Motors ab 4.000 Umdrehungen.
Die Kritik war berechtigt, schließlich hatte Opel zwecks Kostenersparnis das Armaturenbrett komplett vom Rekord übernommen und lediglich mit billig wirkenden Holzimitaten aufgemotzt (diese fehlten in der Monza Basis sogar komplett), was zum Ausdruck brachte, dass ursprünglich Monza und Senator in typischer Commodore Tradition lediglich als leistungsfähigere und luxuriösere Rekord Varianten konzipiert waren.
Der 3.0 E Motor war zwar bärenstark, aber besonders im Vergleich zu den bereits damals als vorbildlich geltenden BMW Reihensechszylindern relativ unkultiviert, und litt bei Vollgasfahrten unter thermischen Problemen die man erst mit der Baureihe A2 durch Verwendung eines Motorölkühlers und anderer Maßnahmen in den Griff bekam.
Dennoch - durch die neue Schräglenkerachse und insbesondere in Verbindung mit dem leistungsstarken 3.0 E Motor fuhr der Senator der Konkurrenz auf und davon.
Weder der Mercedes 280 E, der BMW 528i noch der Ford Granada Ghia 2.8i, und erst recht nicht der Citroen CX oder ein Volvo 740 konnten in Sachen Fahrkomfort, Fahrsicherheit noch Beschleunigungsvermögen der Konstruktion aus Rüsselsheim das Wasser reichen.
Der Monza schuf eine eigene Gattung von Oberklassecoupés mit den Fahrleistungen eines Sportwagens und der Variabilität eines Kombis dank seiner riesigen, gläsernen Heckklappe und entzog sich somit in zeitgenössischen Tests einer direkten Vergleichbarkeit.
So war er preislich und vom Raumangebot her deutlich oberhalb eines Ford Capri oder Porsche 924 angesiedelt.
Vergleichbar war er als Coupé von Anschaffungspreis und Leistung her eher mit dem Mercedes 280 CE und dem BMW 630 CS / 628 CSi, oder Exoten wie einem Lanica Gamma Coupé oder Datsun 280 ZX, war aber mehr oder weniger günstiger in der Anschaffung, und dennoch immer agiler und variabler.
Obwohl Senator und Monza die Publikumsmagneten Nr. 1 auf der IAA 1977 waren, sackten nach einem zunächst erfolgreichen Verkaufstart im April 1978 die Verkaufszahlen infolge der zweiten Energiekrise schon im Jahr 1979 drastisch ab.
Betroffen hiervon waren fast alle Oberklassefahrzeuge und viele Leute versuchten ihre Spritschlucker erfolglos zu verkaufen um auf kleinere Fahrzeuge umzusteigen.
Um auf die geänderten Kundenbedürfnisse einzugehen, änderte sich in der Werbung für die Modelle Senator und Monza das Motto "Form und Funktion" hin zum Thema "Energiesparen".
Bereits im Jahr 1981 wurde ein kleines Facelift notwendig um das Käuferinteresse aufrechtzuerhalten.
Da sich die filigranen Aussenspiegel der A1 Modelle bei höheren Geschwindigkeiten an die vorderen Fensterscheiben anlegten, wurden nun grössere und eckigere Aussenspiegeln montiert (ähnliche Spiegel waren bereits an den ersten Prototypen aufgetaucht).
Äusserlich war die A2 Reihe erkennbar an einer schwarzen schmalen Plastikeinfassung der vorderen unteren Spoilerkante.
Im Innenraum wurde endlich der Kritik der Presse an der zu großen Rekord Ahnlichkeit Tribut gezollt.
Das Interieur, welches eigentlich für das große Facelift für die A2 Baureihe (ab 1982) mit neuem Cockpit und Türverkleidungen vorgesehen war, wurde vorweggenommen um für die Kunden eine stärkere Abgrenzung zum Rekord und dem im Jahr 1978 nachgeschoben Commodore C (Rekord mit Senator Front) zu ermöglichen.
Das Cockpit wurde wuchtiger, mit großformatigen Bedienknöpfen à la Saab und einer leicht angewinkelten Gruppierung zum Fahrer hin à la BMW.
Die Fake-Holzblenden verschwanden komplett aus der "C" Ausstattung, und nur noch die "CD" Version hatte an den inneren Türoberkanten eine schmale Echtholzleiste.
Die digitale Welt hielt auf Wunsch Einzug in Form einer Digitaluhr und eines Bordcomputers.
Wenn sich auch Design und Ergonomie leicht verbessert hatten, war das Interieur im Hinblick auf die Verarbeitung und die verwendeten Kunststoffe immer noch Lichtjahre entfernt von der Qualität die es bei Mercedes und BMW zu kaufen gab.
Hier kapierte Opel immer noch nicht, dass am falschen Ende gespart wurde, was sich später bitter rächen sollte.
Der schlappe, versoffene und wartungsunfreundliche 2,8-Liter Vergasermotor wurde durch einen 2,5-Liter-Einspritzmotor ersetzt, der den Einsteiger Senator zum Senator 2,5 E machte.
Dieser Motor wurde auch im Commodore angeboten.
Der 3.0 S Vergasermotor wurde zunächst beibehalten, später aber auch aus dem Programm genommen.
Diese, als "Zwischenmodell" bezeichnete Senator / Monza Baureihe wurde aber nur knapp ein Jahr lang von 1/1981 bis zum Erscheinen der Baureihe A2 angeboten, konnte aber die schwindenden Verkaufszahlen nicht mehr auffangen.
Zum Verhängnis wurde während der gesamten Bauzeit beider Baureihen trotz aller Vorzüge ihr mangelndes Oberklasseprestige aufgrund ihrer technischen Verwandschaft mit dem biederen Bürgermobil Opel Rekord.
Opelīs Marketing schaffte es nicht, dem Senator ein eigenständiges Image zu geben und die Wahrnehmung des Senator als Luxus-Rekord zu verhindern.
Neupreise von ca. 23.000 DM für den nackten Senator 2.8 S bis hin zu ca. 37.000 DM für die 3.0 E "CD" Version schienen dazu vielen potentiellen Käufern einer oberen Mittelklasselimousine für eine zwar 22 cm längere Karrosserie mit mehr Chrom, sowie Sechszylinderkomfort inklusive der hervorragenden Hinterachskonstruktion einfach zuviel Geld zu sein für ein Auto ohne Prestige.
Ausserdem waren voll ausgestattete Rekord 2.0 E und Commodore 2.5 E bereits für unter 20.000 DM zu haben, boten viel Auto fürīs Geld und keine Imagesorgen.
Während Mercedes Kunden bereit waren bis zu zwei Jahre auf einen 280 E oder 280 CE zu warten, litten die Senator / Monza Modelle sofort nach Bezahlung des Kaufpreises unter drastischem Wertverlust.
Erst seit wenigen Jahren ziehen die Preise im Zuge des Youngtimer Booms wieder langsam an.
Da die meisten der 129.644 mal gebauten Senator und 43.812 mal gebauten Monza (Verkaufte Mercedes W123 Modelle ca. 2,7 Millionen Stück von 1979 bis 1986 als Limousine, Coupé und T-Modell) hemmungslos zerritten wurden oder wegrosteten, werden mittlerweile für gut erhaltene Exemplare - so man überhaupt welche findet - Preise bis zu 8.000 € verlangt.